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Griechenland und die Türkei im Herbst 2010


Teil 4:

Istanbul und die Meteora-Klöster

19. Istanbul

Istanbul ist mit rund 13,1 Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt der Türkei. Die Metropole erstreckt sich auf beiden Seiten des Bosporus, der Meerenge zwischen Mittelmeer und Schwarzem Meer. Sie liegt sowohl im europäischen Thrakien als auch im asiatischen Anatolien und ist damit weltweit die einzige Stadt, die sich auf zwei Kontinenten befindet. Diese besondere Lage hat Istanbul zu einem Zentrum für Kultur, Handel, Finanzen und Medien gemacht. Die Metropole kann auf eine 2600-jährige Geschichte zurückblicken. Gegründet wurde die Stadt auf der europäischen Bosporus-Seite als Byzantion etwa 667 v.Chr. unter Byzas durch griechische Kolonisten aus Athen und Megara. Sie wuchs zum Stadtstaat heran. Nach wechselnder Herrschaft durch Lydier, Perser, Athener und Mazedonier wurde die Stadt 64 v. Chr. als Byzantium dem Römischen Reich unterworfen. Als 324 n. Chr. Konstantin der Große nach dem Sieg über Licinius Alleinherrscher über das Römische Reich wurde, verlagerte er die Hauptstadt von Rom nach Byzantium. 330 erhielt die Stadt den Namen Konstantinopel. Theodosius I. (bis 395) teilte das Reich unter seinen Söhnen auf. Im 5. Jh. fiel das römische Westreich an die „Barbaren“, das griechische Ostreich ging als „Byzantinisches Reich“ bzw. „Byzanz“ in die Geschichte ein.
Konstantinopel entwickelte sich zur reichsten Stadt der Christenheit. Bauwerke wie die Hagia Sophia und der Große Palast wurden erbaut. 1301 entstand an der Ostgrenze des Byzantinischen Reiches unter Osman I. das Osmanische Reich. 1453 stürmte Sultan Mehmed II. nach einer 54-tägigen Belagerung die Stadt Konstantinopel. Er begann schon bald, die Stadt wieder aufzubauen. Der Große Basar und der Topkapi-Palast entstanden. Unter Sultan Ahmed I. wurde die Blaue Moschee errichtet. Die Stadt erhielt ihren heutigen Namen. Unter Mehmed und seinen Nachfolgern expandierte das Reich bis in den Nahen Osten und nach Europa. Im 19. und 20. Jh. verlor das Ostmanische Reich aber durch Kriege immer mehr seiner Gebiete. Obwohl die Osmanen im Ersten Weltkrieg die Dardanellen verteidigten, wurde Istanbul von Franzosen und Briten besetzt, ein großer Teil Westanatoliens von Griechen. Mustafa Kemal, genannt „Atatürk“, mobilisierte seine Landsleute zum Unabhängigkeitskrieg, um die im Ersten Weltkrieg verlorenen Gebiete zurückzuholen. Am Ende existierte die Türkei in den heutigen Grenzen.
Die staatlichen Institutionen wurden von Istanbul in die neue Hauptstadt Ankara abgezogen. Seitdem vollzieht sich in Istanbul ein Wandel hin zur Modernität. Die Stadt hat sich den Erfordernissen einer boomenden Wirtschaft angepasst. Die beiden gegensätzlichen, in der Stadt überall gegenwärtigen Kulturen verleihen Istanbul eine kosmopolitische Atmosphäre.
Aufgrund ihrer Einzigartigkeit in der Architektur – die Stilelemente der Griechen, Römer, Byzantiner, Osmanen und Türken zu einem Stadtbild vereint – wurde die historische Altstadt von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Für das Jahr 2010 hat Istanbul den Titel „Kulturhauptstadt Europas“ erhalten.

Am ersten Tag unseres Aufenthaltes in Istanbul beginnt unser Rundgang durch die Altstadt im Stadtteil Sultanahmet (benannt nach dem Erbauer der Blauen Moschee, Sultan Ahmet I.) am Hippodrom.
Unter Kaiser Septimius Severus im 3. Jh. angelegt und unter Kaiser Konstantin erweitert, stand die Pferderennbahn über ein Jahrtausend im Brennpunkt der Stadt. Danach verfiel sie. Heute zeugt nur noch ein rechteckiger Platz von den Ausmaßen des Hippodroms, wobei die Straße, die um den Platz herum angelegt ist, ziemlich genau der Bahn folgt, auf der die Wagenrennen stattfanden. Auf dem Mittelfeld der Bahn sind drei Denkmäler erhalten, die Kaiser Konstantin dort errichten ließ:

Der Ägyptische Obelisk (1500 v. Chr. erbaut) wurde von Luxor hierher gebracht. Er war allerdings im Original ungefähr dreimal so hoch. Sein Reliefsockel aus dem 4. Jh. n. Chr. zeigt Kaiser Theodosius I. mit seiner Familie bei verschiedenen Anlässen. Auf einer Seite ist ein Wagenrennen dargestellt.

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Die Schlangensäule (um 479 v. Chr.) stammt aus Delphi. Leider schlug im 18. Jh. ein betrunkener polnischer Edelmann den Schlangen die Köpfe ab. Einer davon ist im Archäologischen Museum ausgestellt.

Ägypt. Obelisk Schlangensäule Konstantinsäule

Stark beschädigt ist auch der Obelisk „Säule des Konstantin VII.“, so genannt nach dem Kaiser, der ihn restaurieren ließ. Das Alter des wahrscheinlich ursprünglich mit Bronze verkleideten Obelisken ist unbestimmt.

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Neben den drei Monumenten steht nur noch ein überkuppelter Brunnen auf dem Mittelfeld des Hippodroms. Er erinnert an den Istanbul-Besuch des deutschen Kaisers Wilhelm II. im Jahr 1898.

An das ehemalige Hippodrom grenzt ein kleiner Park, der Sultanahmet Meydani (der Sultanahmet-Platz).
Hier stehen sich zwei der majestätischsten Bauwerke Istanbuls gegenüber: die Blaue Moschee und die Hagia Sophia. Wir besuchen zuerst die Sultan-Ahmet-Moschee bzw. Blaue Moschee. Diesen eindrucksvollen islamischen Sakralbau ließ Sultan Ahmet I. 1609 – 1616 erbauen. Seine sechs schlanken Minarette und die mächtige Hauptkuppel mit einer Höhe von 43 m und einem Durchmesser von 23,50 m überragen weithin sichtbar den Park.

Die Blaue Moschee

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Wir betreten das Gelände der Moschee über den von kuppelbedeckten Säulenhallen umgebenen Vorhof. Da er genau so groß ist wie der Gebetssaal, nämlich 72x64 m, wirkt die gesamte Anlage in ihren Proportionen sehr ausgewogen.
In der Mitte des Vorhofes steht ein prächtiger Marmorbrunnen. Ursprünglich diente er als Reinigungsbrunnen, heute vollziehen die Gläubigen die Reinigungsriten an anderer Stelle.

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Der Innenraum der Moschee ist an Wänden, Bögen und Gewölben mit faszinierenden bunten Ornamenten geschmückt. Die überwiegend blauen Farbtöne der Iznik-Fayencen haben der Moschee ihren weltweit bekannten Namen Blaue Moschee verliehen. Über 250 Fenster lassen Licht in die Moschee hinein. Die Fenster in den Kuppeln besitzen allerdings nicht mehr die originalen Buntglasscheiben aus dem 17.Jh..

Hagia Sophia

Am Nachmittag besuchen wir das berühmteste Denkmal Istanbuls, die Hagia Sophia. Eine erste Basilika wurde bereits im Jahre 326 n. Chr. von Konstantin dem Großen der göttlichen Weisheit (Sophia) geweiht.

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Nach zweimaliger Zerstörung ließ 532 - 537 n. Chr. Kaiser Justinian die Kirche in ihrer heutigen vergrößerten Form wieder errichten. Sie wurde die bedeutendste Kirche der byzantinischen Welt. Im 15. Jh. wandelten die Osmanen sie in eine Moschee um.

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Wir betreten zuerst die äußere, danach die innere Vorhalle (Exonarthex und Narthex) des Sakralbaus.

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Aus dieser Zeit stammen die Minarette, Grabbauten und Brunnen, u.a. wurde der Reinigungsbrunnen um 1740 in türkischem Rokoko errichtet. In den folgenden Jahrhunderten verstärkte man die Fassade mit immer mehr Strebepfeilern, um den gewaltigen Bau gegen Erdbeben zu stützen. Bis 1935 war die Hagia Sophia Hauptmoschee Istanbuls, heute ist sie Museum.

Ihre ornamentalen Mosaikdecken gehörten teilweise schon zur Erstausstattung des Neubaus im 6. Jh. Wertvolle byzantinische, im 9. /10.Jh. entstandene Wandmosaiken, die lange übertüncht waren, sind größtenteils wieder freigelegt worden.



Über dem einst dem Kaiser und seinem Gefolge vorbehaltenen Kaisertor befindet sich das Mosaik mit Christus auf dem Thron und einem niederknienden Kaiser, wahrscheinlich Leon VI.





Das Hauptschiff mit seiner herrlichen Mittelkuppel (32 m Durchmesser) und seiner Höhe von 56 m hinterlässt bei uns Besuchern einen gewaltigen Eindruck. Die Ausstattung des Erdgeschosses ist überwiegend islamisch geprägt, seiner letzten Nutzung als Moschee entsprechend. An den Hauptpfeilern sind riesige runde Holzschilder angebracht, auf denen die vergoldeten Namenszüge von Allah, dem Propheten Mohammed, zwei als Märtyrer verehrten Enkeln des Propheten und den ersten vier Kalifen stehen. Die gen Mekka gewandte Gebetsnische, der Mihrab, bekam in der Apsis ihren Platz. Sie ist wegen Restaurierungsarbeiten mit Planen zugehängt. Die Kanzel des Imam, der Minbar, steht rechts vom Mihrab. Im südlichen Seitenschiff ließ Mahmuds I. 1739 eine Bibliothek einrichten und mit einer dekorativen Bronzetür versehen. Auf der gegenüberliegenden Seite des Hauptschiffes befindet sich ein marmorner Predigerstuhl aus der Zeit Murads IV. (1623 -1640), dahinter eine Maqsura, eine umgitterte niedrige Plattform mit Sitzgelegenheiten für Ältere. Über eine Rampe erreichen wir die Emporen. Von hier oben haben wir einen herrlichen Blick auf die Hauptkuppel. Koranzitate zieren ihren oberen Abschluss. Auf den Mosaiken in den Dreiecksflächen am Fuß der Kuppel schweben Seraphim, sechsflügelige Engel (1346 – 1355 angefertigt).


Das Hauptschiff

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Hauptkuppel Empore Leuchter
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Apsis Minbar Predigerthron Bronzetür Seitenschiff

Die Südempore schmücken mehrere Mosaike aus dem 12.Jh..

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Über der Ausgangstür:

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Der Topkapi-Palast

Den Topkapi-Palast ließ Mehmed II. kurz nach der Eroberung Konstantinopels zwischen 1459 und 1465 erbauen. Vorbilder waren ihm dabei die Zeltstädte der osmanischen Nomaden. Als Hauptresidenz und Regierungssitz wollte er eine steinerne Version mit einer Reihe von Pavillons um vier große Innenhöfe. Im 18. Jh. zog zunächst die Regierung in andere Gebäude um, 1853 gab der amtierende Sultan Abd ül-Medschid I. Topkapi ebenfalls zugunsten eines anderen Palastes auf. Schließlich wurde Topkapi 1924 in ein Museum umgewandelt.

Eingangstor zum ersten Hof des Topkapi-Palastes ist die Porta Augusta. Im ersten Hof befanden sich früher Münze, Hospital, Schule und Bäckerei. Die Elitetruppe (Janitscharen) des Sultans trat hier zum Appell an.

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Das „Tor der Begrüßung“ (links) öffnet den Weg in den zweiten Hof. In diesem Hof waren Harem, Ratssaal, Waffen- und Rüstkammern und die Küche untergebracht. Im Harem lebten in einem Labyrinth aus Zimmern bis zu 2000 Frauen und Konkubinen des Sultans.
Das „Tor der Glückseligkeit“ (rechts), auch „Tor der weißen Eunuchen“ genannt, ist der Eingang zum dritten Hof.

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In seiner Mitte steht ein Marmorbau aus dem Jahr 1719, die Bibliothek Ahmeds III. Ein eleganter Brunnen ist Teil der Wand unterhalb des Haupteingangs. Im Innern befand sich der Audienzsaal für Empfänge der höchsten Staatsdiener, der Wesire, und ausländischer Gäste.

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Der vierte Hof wurde mit Ahmed III. (1703-30) zum Tulpengarten, da die Tulpe seine Lieblingsblume war und sogar einer ganzen Ära ihren Namen gab. Der Hof ist auf verschiedenen Terrassen angelegt.

Der Rundgang führt am Marmorthron für Sultan Murad IV. vorbei.

Alle Pavillons in diesem Hof sind mit kostbaren Materialien ausgestattet.



Der Bagdad-Pavillon wurde von Murad IV. zum Gedenken an seine Eroberung Bagdads 1639 erbaut. Der Innenraum ist mit Iznik Fayencen verkleidet. Zwischen der oberen und unteren Fensterreihe läuft ein Schriftband aus Keramik-Fliesen mit Koranzitaten. In Türen und andere Holzteile ist Perlmutt eingearbeitet.

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Eine Bosporus-Tour auf einem gecharterten Schiff beginnt in Istanbuls geschäftigstem Fährhafen Eminönü nahe der Galata-Brücke.

Kurz nach dem Auslaufen erblicken wir am europäischen Ufer zahlreiche bedeutende Bauwerke Istanbuls, darunter die Neue Moschee und die Süleymaniye Moschee.

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Nachdem wir das Gebiet der Altstadt verlassen haben, säumen schöne Bauten auf beiden Ufern den Bosporus: Villen, Moscheen und Paläste aus dem 19. Jh. Diese wechseln sich ab mit alten Fischerdörfern.

Ciragan-Palast, 1864 -1871 als Sultansresidenz errichtet, nach einem Brand 1910 neu aufgebaut, heute Luxushotel.

Mecidiye-Moschee, 1855 in schlichter Eleganz geschaffener Bau, dahinter die Bosporus-Brücke, eingeweiht am 29. 10. 1973 zum 50. Geburtstag der Türkischen Republik. Mit 1074 Metern ist sie die längste Hängebrücke der Welt.


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Fatih Sultan Mehmet-Brücke, eingeweiht am 29.05.1988, dem 535. Jahrestag der Eroberung der Stadt durch Sultan Mehmed II.

Villen aus dem 19. Jh. auf der asiatischen Seite des Bosporus




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Sariyer, wichtigster Fischereihafen am Bosporus und Endstation unserer Schiffstour

Nur noch 8 km bis zum Schwarzen Meer

Der Große Basar

Den dritten Tag in Istanbul widmen wir dem Großen oder Gedeckten Basar.
In byzantinischer Zeit wurde die Fläche als Marktplatz genutzt. Aber schon kurz nach der Eroberung der Stadt durch Mehmed II. begann man im Auftrag des Sultans, Gebäude für den Juwelen- und Antiquitätenbasar zu errichten. Sie bildeten den Kern und sind noch heute mit ihren Gewölbedecken der interessanteste Teil des Gedeckten Basars. In den folgenden Jahrhunderten setzten immer wieder Großbrände und Erdbeben den Bauten zu. Geschäfte mit Teppichen und Lederwaren und Kaffeehäuser kamen hinzu. Der heutige Gedeckte Basar nimmt eine Fläche von 30 Hektar ein. Es gibt etwa 80 Haupt- und Nebenstraßen mit rund 3500 Läden. In osmanischer Zeit war der Gedeckte Basar nicht nur Einkaufs- und Handelszentrum, sondern auch Mittelpunkt des Finanzwesens mit Börsen und Banken. Heute ist der Große Basar in erster Linie Anziehungspunkt für Touristen. Leider haben seitdem in einem Teil der Geschäfte auch billige Mitbringsel und Imitationen von Antiquitäten Einzug gehalten.

Wir betreten den Großen Basar durch das Nuruosmaniye-Tor und lassen uns im Strom der Menschen durch die Straßen des Basar treiben.

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Außerhalb des Gedeckten Basars treffen wir auf ein typisches türkisches Kaffeehaus: Männer unter sich.

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20. Metéora-Klöster

Im Nordwesten Thessaliens, zwischen den Gebirgen von Pindos und Antihassia, erheben sich aus der Eintönigkeit der thessalischen Ebene die Sandsteinfelsen von Metéora.
Die Felsnadeln mit natürlichen Plateaus sind wahrscheinlich schon im 10./11. Jh. von Eremiten bewohnt worden. Es gibt nur Vermutungen, wie diese ersten Einsiedler die Plateaus auf den Spitzen der Felsen erreichten. Es ist möglich, dass sie Stufen in schmale Spalten schlugen, das Baumaterial an Seilen befestigten und nach oben zogen. Eine andere Theorie geht davon aus, dass sie Drachen aufsteigen ließen, an denen dicke, miteinander verbundene Seile hingen – ähnlich einer Strickleiter.
Im 12. Jh. entstand eine kleine asketische Gemeinde, die Klause von Stagio.
In der ersten Hälfte des 14. Jh. entstand das erste Kloster, weitere 22 Klöster folgten. Im 19. Jh. waren die meisten – bis auf sechs – wieder verlassen und verfallen. Um den Zugang zu den erhaltenen Klöstern zu verbessern, wurden in den 1920er Jahren Stufen in den Fels gehauen. Hier leben auch heute noch Nonnen und Mönche.

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Kloster Agiou Nikolaou Anapavsa

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Wir steigen zum Kloster Megalou Meteorou hinauf. Dieses auch Megalo Metéoro oder Metamorphosseos genannte Kloster ist das älteste und größte aller heute existierenden Metéora-Klöster. Es thront auf seinem imposanten Felsen in 623 m Höhe.

Auf dem Weg nach oben kommen wir an einer kleinen Kapelle vorbei.




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Aus der Höhe haben wir einen herrlichen Blick ins Tal und auf die benachbarten Klöster Varlaám (vorn) und Roussanou.

Da Frauen in Hosen der Eintritt in die Klöster verwehrt ist, werden am Klostereingang Wickelröcke verteilt.

Das Katholikon des Klosters ist eine kreuzförmige zweisäulige Kirche mit Kuppel.


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Der ausgemalte Eingangsbereich zum Katholikon

Danach besuchen wir das Kloster Agiou Stefanou. Es steht am südöstlichen Ende der Felsengruppe von Metéora und ist das einzige Kloster, das man ohne Treppensteigen besuchen kann. Seit 1961 ist es wieder Frauenkloster (seiner anfänglichen Bestimmung entsprechend). Parallel zu ihren vielseitigen geistigen und karitativen Aufgaben haben die Nonnen es geschafft, zahlreiche Renovierungs- und Bauarbeiten an ihrem Kloster durchzuführen und eine gepflegte Anlage daraus zu machen.

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Nonnentrakt Schallbrett und Klangbögen Katholikon
Metéora Kapelle
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In einer Ikonenwerkstatt erhalten wir bei einem Vortrag Kenntnis über verschiedene Arten von Ikonen und ihre Herstellungsverfahren.

Ein Verkaufsraum ist natürlich angeschlossen.

21. Auf dem Weg nach Igoumenitsa

Auf unserem Weg von den Metéora- Klöstern nach Igoumenitsa kommen wir durch Epirus. Diese Region war über Jahrhunderte durch das Pindos-Gebirge stark isoliert, so dass die Gebirgsbewohner ihre regionale Identität weitestgehend bewahren konnten. Weder Antike, noch Osmanen hinterließen deutliche Spuren.
Eine gewisse Sonderrolle spielte Métsovo, ursprünglich ein kleines, von Hirten aus der Walachei bewohntes Bergdorf. Seine Nähe zum Katára-Pass, der Straße über das Pindus-Gebirge, brachte für das Dorf während der Osmanen-Herrschaft starke Veränderungen mit sich.
Die Bewohner erhielten für die Bewachung des Passes Steuerprivilegien und der Ort wurde zu einem der wichtigsten Handelszentren der Region. Noch heute investieren ansässige Kaufmannsfamilien in die Ortschaft und geben den Handwerkern finanzielle Anreize.

Métsovo Métsovo

Wir besuchen Métsovo. Beim Bummel durch den Ort fällt uns auf, dass hier Traditionen überlebt haben. Die in den Geschäften angebotenen Hirtenstäbe, Stickereien, Teppiche und Silberwaren spiegeln den Charakter des Bergdorfes wider. Wein- und Käseherstellung haben hier ebenfalls ihren festen Platz.

Igoumenitsa Igoumenitsa

Am Spätnachmittag erreichen wir den Hafen von Igoumenitsa. Der Himmel weint.
Eine Superfast-Fähre bringt uns über Nacht bei unruhiger See nach Ancona in Italien zurück.
Der Kreis einer unvergesslichen Rundreise schließt sich.



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