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Griechenland und die Türkei im Herbst 2010
Teil 2:
Von Pamukkale nach Anamur
11. Pamukkale / Hierapolis
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In Pamukkale mit seinen heißen Thermalquellen, 18 km östlich von Denizli, verbinden sich
Natur und Geschichte zu einem besonderen Erlebnis:
Überreste der antiken Stadt Hierapolis hinter weißen Kalksinterterrassen.
Etwa 190 v. Chr. wurde das Thermal-Kurbad Hierapolis von Eumenes II., dem König von Pergamon,
gegründet. Erst unter römischer Herrschaft (ab 133 v. Chr.) wurde die Stadt auch für ihre
Wollindustrie bekannt. Die Glanzzeit von Hierapolis lag im 2./3. Jh. n. Chr., die meisten
Überreste aber sind jüngeren Datums. |
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Byzantinisches Tor |
Bäder von Hierapolis |
Wasserstelle |
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Kalksinter gibt es im Umfeld von Karstquellen. Zum ersten Mal begegneten wir (bewusst)
dem Phänomen der Naturgestaltung durch Sinterkalke beim Besuch der Plitwitzer Seen in
Kroatien. Kroatienreise Teil 4 Jetzt erleben wir
an den Kalksinterterrassen von Pamukkale ein weiteres Mal dieses seltene Naturschauspiel.
Die Sinterkalke (Travertin) stammen von 34-35°C heißen Quellen, die u.a. größere Mengen
gelöstes Kalziumbikarbonat enthalten. Wenn beim Austritt des Wassers an die Erdoberfläche
der Druck nachlässt, wandelt sich der gelöste Kalk in Kohlendioxyd, Wasser und
Kalziumkarbonat um. Fließt das Quellwasser bergab und verzweigt sich dabei der Wasserlauf,
lagert sich das Kalziumkarbonat nach und nach als fächerartige Kalksinterflächen, die
kleine Becken und Terrassen bilden, ab. An steilen Abfällen können Stalaktiten oder
Wölbungen entstehen. |
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Die Thermalquellen von Pamukkale sind von alters her wegen ihrer heilenden Kraft bekannt.
Als die aus dem Boden sprießenden Hotels der 80er/90er Jahre des letzten Jahrhunderts das
Thermalwasser zum Verbrauch und als Poolwasser nutzten, drohte dem Naturphänomen die
Zerstörung. Die Terrassen wurden nicht mehr genügend überspült und wuchsen kaum noch nach.
Die weißen Terrassen wurden braun und grau. Nach langem Tauziehen zwischen
Naturschutzverbänden und der türkischen Regierung gelang 2000 endlich der Durchbruch zum
Erhalt des Naturschauspiels. U.a. wurden Hotels, Gaststätten und Geschäfte an den
Sinterterrassen abgerissen. Inzwischen haben sich die Terrassen weitestgehend erholt.
Touristen dürfen sie wieder betreten. |
12. Saklikent-Schlucht und Myra
Saklikent-Schlucht
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40 km südöstlich von Fethiye hat der reißende Bach Saklikent Cayi einen engen,
200-300 m hohen und 18 km langen Canyon in die Flanke des 3016 m hohen Gömbe Akdagi
geschnitten. Vom Einstieg in die Schlucht aus können wir – nach Entrichten eines
Eintrittsgeldes – auf schmalen Stegen ein paar Hundert Meter in den Canyon hineingehen
und das bizarre Naturschauspiel genießen. Außerhalb des Canyons fließt der Saklikent Cayi
in zahlreich verästelten Rinnen talwärts, bis er in den Esen Cayi mündet. |
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Wer will, kann sich nach seiner Rückkehr in einem Restaurant mit
zahlreichen in den Bach hinein gebauten hölzernen Plattformen verwöhnen lassen. Wir
kaufen uns an einem Stand leckeren Honig und ein paar Gewürze u.a. Safran und Chili.
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Myra=Demre=Kale
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Die drei Namen stehen für denselben Ort:
- Myra ist der antike Name der Stadt.
- Den türkischen Namen Demre erhielt die Stadt wahrscheinlich nach der Eroberung durch
die Seldschuken und Osmanen, weil sie im Mündungsgebiet des Demre Cayi liegt.
- Erst Ende des letzten Jahrhunderts erfolgte die amtliche Umbenennung in Kale. Grund für
die Neuerung: Die Burg über der Talöffnung des Demre Cayi. Die Einwohner der Stadt freunden
sich nur zögerlich mit dem Namen an, da „Kale“ einfach nur „Burg“ heißt und somit eigentlich
nichts über die Stadt aussagt. |
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Im Westen von Demre steht eine dem heiligen Nikolaus geweihte
Basilika. Nikolaus war im 4. Jh. Bischof von Myra. Er war bekannt für seine großmütige
und fromme Lebensweise. Sie machte ihn auch für die Moslems zu einem verehrungswürdigen
Mann. „Noel Baba“ wird er von den Türken genannt. |
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Die erste Kirche wurde 809 von Arabern zerstört. Ein russischer Fürst ließ sie im 19.
Jh. im byzantinischen Stil wieder aufbauen. Heute steht eine Statue des Heiligen im
Eingangsbereich der Basilika. Einige Fresken sind zu sehen. |
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Im antiken Lykien zwischen dem heutigen Fethiye und Antalya spielten
Begräbnisse wahrscheinlich eine wichtige Rolle: |
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Die Lykier meißelten Hunderte von Gräbern in Felsen und Klippen -
so auch in Myra. |
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13.Aspendos - römisches Theater
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Die Hafenstadt Aspendos am Fluss Eurymedon (heute Kopru Cayi) war unter pergamenischen
Herrschaft die östlichste Stadt im Königreich. Zur Zeit der Römer entwickelte es sich zum
Handelszentrum, zum Umschlagplatz vor allem von Öl, Sesam, Getreide und Salz.
Heute liegt Aspendos etwa 200 m westlich des Flusses und fast 15 km vom Meer entfernt.
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Ein besonders sehenswertes Baudenkmal ist das um 162 n. Chr. erbaute
Theater mit 15.000 bis 20.000 Sitzplätzen. Der römische Baumeister ließ das Bühnenhaus bis
zur obersten Sitzreihe hochziehen und verwandelte das Theater so in einen „geschlossenen
Raum“. (Das Bühnenhaus trug außerdem einen hölzernen Baldachin.) Auf der Innenseite hat
das Bühnengebäude Nischen, die ursprünglich durch Säulen optisch voneinander getrennt waren.
In den Nischen standen Statuen. Vierzig Marmorsitzreihen wurden von Treppen unterteilt. Vom
überdachten Arkadengang aus konnten Honoratioren auch bei schlechtem Wetter die
Darbietungen verfolgen. |
14.Festung Mamure Kalesi bei Anamur
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Das Städtchen Anamur liegt am südlichsten Punkt der Türkei. Ein paar Kilometer östlich,
an der Straße nach Silifke, steht auf einer kleinen felsigen Landzunge die mittelalterliche
Festung Mamure Kalesi aus dem 12.Jh.. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte sie häufiger den
Besitzer: Errichtet wurde sie zur Zeit des Kleinarmenischen Königreichs, danach unterstand
sie den Königen von Zypern. Mitte des 14.Jh. ging sie an die Karamanoglu-Dynastie und
schließlich ab1469 an die Osmanen. Diese bauten an der Festung noch bis 1840. Zuletzt
errichteten sie die Moschee mit Minarett im Innenhof der Burg. |
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Mamure Kalesi gilt als eine der schönsten und am besten erhaltenen
mittelalterlichen Burgen der Türkei. Der Haupteingang zur Burg führt durch einen Turm
an der Westseite. |
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Die mächtigen Wehrmauern haben 36 überwiegend guterhaltene Türme. Sie sind wie die
Wehrgänge von den drei Innenhöfen aus durch Treppen zugänglich. |
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Moschee mit Minarett im Innenhof der Burg |
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