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Griechenland und die Türkei im Herbst 2010
Teil 1:
Von Patras nach Aphrodisias
Eine Reise durch die Antike -
Griechen, Römer und Ruinen
1. Patras
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Wir reisen zunächst nach Ancona, um von dort mit der Fähre nach Griechenland überzusetzen.
Die Überfahrt wird 22 Stunden dauern. Da ist es schön, dass „Camping an Bord“ möglich ist.
Anders als bei
Fährfahrten in Nord- und Ostsee, dürfen die Reisemobile und Wohnwagen während der
Überfahrt als Aufenthalts- und Schlafraum genutzt werden. Selbst für Strom ist gesorgt.
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Nach einer ruhigen Nacht kommen wir gegen 11.30 Uhr in Patras,
Griechenland an. Patras liegt auf der Halbinsel Peloponnes, die nur durch den Isthmus
von Korinth mit Zentral- und Nordgriechenland verbunden ist. Unser erstes Reiseziel
ist Delphi in Zentralgriechenland. Zum Glück gibt es seit einigen Jahren eine Brücke
über den Golf von Korinth, so dass wir Delphi in nicht einmal drei Stunden erreichen.
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2. Delphi
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Das antike Heiligtum von Delphi liegt am Südwesthang des Parnass-Gebirges und gilt
wegen seiner herrlichen Lage als eines der schönsten und eindrucksvollsten Griechenlands.
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Der Mythologie nach ließ Zeus zwei Adler von den beiden Enden der Welt
losfliegen. Dort, wo sich ihre Flugbahnen kreuzten, sollte der Mittelpunkt der Welt
sein. Rund um den mit einem Stein markierten „Nabel“ entstand das Apollo-Heiligtum
von Delphi. |
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Wir betreten den Heiligen Bezirk durch das Südosttor und kommen auf
die Heilige Straße, die sich am Hang hinauf zum Heiligtum schlängelt.
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In der Antike säumten diese Straße Statuen und Schatzhäuser
griechischer Stadtstaaten, die Apollo wertvolle Geschenke oder Anteile an ihrer
Kriegsbeute darbrachten und sie in den Schatzhäusern lagerten. Das rekonstruierte
Schatzhaus der Athener lässt das Aussehen des antiken Bezirks erahnen. |
Die Terrasse, auf der sich der Apollo-Tempel erhob, wird durch eine
aus einander angepassten, vieleckigen Steinblöcken errichtete (polygonale) Mauer
gestützt.
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Der Apollo-Tempel ruhte ursprünglich auf sechs Säulen an den
Schmal- und 15 Säulen an den Längsseiten. Im Innern stand eine goldene Apollo-Statue.
Hier saß auch auf einem Dreifuß über einem dampfenden Erdloch die Priesterin Pythia,
durch die Apollo das Orakel verkündete. |
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Von den oberen Sitzreihen des sehr gut erhaltenen Amphitheaters, um
400 v. Chr. erbaut, mit Platz für rund 5000 Zuschauer, haben wir einen schönen Blick
über das Heiligtum, ... |
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- und auf der anderen Seite der Straße – über das antike Gymnasium
und das Heiligtum der Athena Pronaia mit dem teilweise rekonstruierten Tholos
(Rundbau). |
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Noch ein Stück höher den Berg hinauf – hinter einem kleinen
Kiefernhain – erreichen wir das antike Stadion. Es zählt zu den am besten erhaltenen
antiken Stadien Griechenlands. Hier fanden ab 582 v.Chr. alle vier Jahre die Pythischen
Spiele (sportliche Wettkämpfe) statt. |
3. Das Kloster Osios Loúkas
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Einsam an einem Hang der westlichen Ausläufer des Helikon erhebt sich das um 1011 von
Kaiser Romanós errichtete Kloster Osios Loúkas. Es gilt als eines der bedeutendsten
byzantinischen Denkmäler Griechenlands. |
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Gegründet wurde es von Osios Loúkas (896 – 953), dem Seligen Lukas.
Schon als Jugendlicher verließ Loúkas sein Elternhaus und suchte die Einsamkeit in den
Bergen. Um 940 ließ sich der Eremit mit ein paar Schülern an der Stelle des späteren
Klosters nieder. Als er starb, gab es bereits einige Mönchszellen und die erste kleine
Kirche, die Barbara-Kapelle. |
Das Kloster hat zwei Kirchen. Die Hauptkirche – mit der
Barbara-Kapelle als Krypta – ist dem Seligen Lukas geweiht (Katholikon des Osios Loúkas)
und die kleinere Kirche der Gottesmutter (Panhagia-Kirche).
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Die Mosaike in der Hauptkirche aus dem 11. Jhrd. zeigen die byzantinische Kunst
auf ihrem Höhepunkt. |
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Im Innern der kleinen Kirche – der Panhagia-Kirche – Blick auf das
Allerheiligste (links)
Der westliche Zellentrakt des Klosters (rechts) |
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4. Südliches Chalkidiki - Halbinsel Sithonia
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Gegen Abend erreichen wir bei strahlendem Sonnenschein die Halbinsel
Sithonia in Chalkidiki. Unser Campingplatz liegt direkt am Ägäischen Meer. |
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Und so können wir einen herrlichen Sonnenuntergang genießen.
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Am nächsten Morgen starten wir zunächst zu einer Rundreise über die Halbinsel. Sithonia
hat relativ wenige Ferienorte. Das Landesinnere ist dicht bewaldet, und im Süden erstreckt
sich ein langes, unerschlossenes Küstenstück mit vielen einsamen Stränden. |
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Der Blick übers Meer lässt im Westen die Halbinsel Kassandra (links)
und im Osten den Berg Athos erahnen.(rechts) (Athos ist eine von Mönchen verwaltete
autonome Republik. Nur erwachsenen Männern ist es – unter strengen Auflagen – erlaubt,
als Besucher die Halbinsel zu betreten.) |
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Am Straßenrand steht dieser kleine Bildstock, griech. „Eklissaki“.
Man findet solche z.T. mit viel Liebe gestalteten und gepflegten Bildstöcke überall in
Griechenland. |
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5. Überquerung der Dardanellen
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Gut 40 km östlich von Alexandroúpolis fahren wir über die griechisch-türkische Grenze.
Noch befinden wir uns in Europa. Da unsere Rundreise durch die Türkei an der
Mittelmeerküste beginnen soll, führt uns der Weg – nach weiteren 40 km ostwärts – nun in
südlicher Richtung auf die Halbinsel Gallipoli. Gallipoli grenzt im Westen an das Ägäische
Meer, im Osten an die Meerenge Dardanellen, eine bedeutende Wasserstraße Richtung
Marmarameer, Bosporus und Schwarzem Meer. Sie war wegen dieser strategisch wichtigen
Lage 1915/16 Schauplatz einer der blutigsten Schlachten des Ersten Weltkrieges. |
Wir fahren entlang der Dardanellen bis nach Eceabat. |
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Von hier bringt uns eine Autofähre über die Dardanellen nach Asien,
nach Canakkale. |
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Von den Höhen oberhalb des Ortes haben wir noch einmal einen
herrlichen Blick zurück auf die SW-Spitze der Halbinsel Gallipoli und den Anfang der
Meerenge Dardanellen. |
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6. Troja
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Die antike Stätte Troja erlangte – wie keine andere – Weltruhm: Sie war Hintergrund
zu Homers „Ilias“.
Sie war Schauplatz des zehnjährigen Trojanischen Krieges (13. Jhrd. v. Chr.).
Hier begann der Archäologe Heinrich Schliemann 1871 mit der Verwirklichung seines
Lebenstraums, die Existenz von Homers Stadt Troja nachzuweisen.
Neun übereinander gelagerte Besiedlungs-Schichten (Troja I bis Troja IX)haben internationale
Archäologen-Teams freigelegt.
Diese Besonderheit hat Troja zwei Umständen zu verdanken:
1. Wegen der strategisch günstigen Lage an der Einfahrt in die Meerenge Dardanellen war der
Platz über Jahrtausende für eine Besiedlung ideal. 2. Da man in Asien zum Hausbau
überwiegend luftgetrocknete Lehmziegel verwendete, die aber bei Erneuerungsmaßnahmen wertlos
waren, planierte man die Vorgängerschicht und baute auf den alten Fundamenten eine neue
Siedlung auf. |
| Das Trojanische Pferd |
Troja IV: Burgmauer, Ostturm und Paläste |
Troja VI: Burgmauer, Osttor |
| Luftgetrocknete Lehmziegel (nachgebaut) |
Luftgetrocknete Lehmziegel (original) |
Troja II/III: Megaron (Vorhallengebäude) |
| Schliemann-Graben (Troja I) |
Verteidigungsmauer und Rampe (Troja II)
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Palast (Troja VI)) |
| Gasse zwischen Palast und Burgmauer |
Troja VI bis IX |
Troja IX: Odeon |
7. Die Akropolis von Pergamon
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Die moderne Stadt Bergama wurde teilweise auf den Ruinenfeldern von Pergamon angelegt.
Während die Reste der römischen Stadt größtenteils unter dem heutigen Bergama
liegen, nimmt die antike griechische Stadt den terrassierten Abhang und die Kuppe
des östlich über Bergama aufragenden Berges ein.
Die erste Besiedlung von Pergamon lässt sich für die Bronzezeit nachweisen. Ab dem 8. Jh.
v. Chr. siedelten sich hier äolische Griechen an. Unter Alexander dem Großen regierten eine
Zeit lang seine Generäle. Mit der Pergamenischen Dynastie wurde die Stadt bedeutendes
Zentrum der Wissenschaft. Im 2. Jh. v. Chr. wurde Pergamon Hauptstadt der römischen Provinz
Asia.
Wir besuchen die Akropolis von Pergamon. |
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Bevor wir unseren Rundgang beginnen, genießen wir von hier oben einen
herrlichen Blick auf das moderne Bergama und die Landschaft ringsum. |
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Gegenüber dem heutigen Eingang zur antiken Stätte befindet sich eine
Ruinengruppe, die zu einem Heroon gehört ( 3./2. Jh. v. Chr.). Als Heroon bezeichnet
man in der griechisch-römischen Architektur ein Heiligtum oder ein Grabdenkmal eines
Heros, dem dort eine besondere Verehrung zukam, meist dem legendären Gründer der
jeweiligen Polis. |
Wir kommen vorbei an den Ruinen des Heiligtums der Athena (334 v.Chr.)
und der Bibliothek, in der 200 000 Pergamentrollen gelagert worden sein sollen. |
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Auf einer Terrasse, 25m unterhalb des Heiligtums der Athena, befinden
sich die Fundamente des Zeus-Altars (ca. 170 – 159 v.Chr.;links), der heute rekonstruiert
im Berliner Pergamonmuseum steht. Die Paläste der Könige von Pergamon wurden über
Zisternen mit Wasser versorgt.(rechts) |
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Der Trajan-Tempel ist das einzige rein römische und das beeindruckendste Bauwerk auf
der Akropolis. Mit dem Bau soll im Jahr 114 n. Chr. auf Initiative von Aulus Julius
Quadratus, Trajans reichem pergamenischem Freund, begonnen worden sein. Unter Hadrian II.
(117-138 n.Chr.) wurde er vollendet. |
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Zunächst wurde der Platz durch den Bau einer Terrasse geebnet,
die auf einem Unterbau aus Bögen und Gewölben ruht. Darauf wurden der heilige Bezirk
und der Tempel aus weißem Marmor errichtet. Der Tempel selbst war ein Peripteros
(Bau mit Säulen ringsum) mit sechs korinthischen Säulen auf den Schmal- und zehn auf
den Langseiten. |
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Das Theater wurde im 3. Jh. v. Chr. erbaut. Es gilt als das steilste Theater der antiken
Welt. Auf 80 Sitzreihen aus Andesit konnten 10 000 Zuschauer Platz nehmen. Die Königsloge
im unteren Abschnitt war aus Marmor. |
Nach dem Besuch der Akropolis besuchen wir in Bergama noch den Wochenmarkt.
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Abends genießen wir am Meer wieder den Sonnenuntergang, diesmal auf dem CP
Selcuk-Pamucak, südlich von Izmir. |
8. Ephesus
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Das antike Ephesus wurde um 1000 v. Chr. von den Griechen erbaut. Die Ruinenstadt in
ihrer heutigen Ausdehnung wurde im 4. Jh. v. Chr. von Lysimachos gegründet, dem Nachfolger
Alexanders des Großen. Die meisten erhaltenen Bauwerke stammen aus römischer Zeit, als der
Hafen von Ephesus sich zum größten Hafen der Ägäis entwickelte und der Stadt Reichtum
brachte. Durch Ablagerungen des Flusses Kücük Menderes versandete und verschlammte der
Hafen jedoch mehr und mehr und wurde deshalb für den Handel bedeutungslos. Die Stadt verfiel.
Wir beginnen unsere Besichtigung am Osteingang nahe der Varius-Therme. |
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Die Varius-Therme aus dem 2. Jh. wurde später mehrfach restauriert und
erweitert. |
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Von der Varius-Therme zum Domitian-Tempel führt die von ionischen und korinthischen
Säulen gesäumte Kolonnadenstraße. |
An der Kolonnadenstraße liegt das 150 n. Chr. erbaute Odeon, das
kleine Theater. Auf den 22 Sitzreihen fanden 1500 Personen Platz. |
Am Domitian-Platz steht das Memmius-Denkmal. Es wurde im 1. Jh. n.
Chr. zu Ehren von Memmius, dem Enkel des römischen Diktators Sulla, errichtet. |
Der Domitian-Tempel zu Ehren von Kaiser Domitian hatte zwei
Stockwerke. Das untere diente als Lagerraum und Laden, das obere als Tempel. |
Einige Reliefbilder am Straßenrand, unter anderen eins der
Siegesgöttin Nike |
Übergang von der Kolonnadenstraße in die Kuretenstraße.
Blick über die Kuretenstraße. (Kureten sind Fruchtbarkeitsdämonen.) Sie war eine heilige
Straße. Lysimachos ließ sie in ihrer originalen Form 290 v. Chr. restaurieren. |
Rechts am Hang der Trajan-Brunnen (1.Jh. n.Chr.): Hier wurden 12
Statuen gefunden mit Darstellungen von Venus, Satyr, Dionysos und Mitgliedern der
Kaiserfamilie. |
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Auf der linken Seite die Häuser an den Hängen, Privathäuser, die mit
Wandgemälden und Mosaiken ausgeschmückt waren. Sie wurden bei einem Erdbeben im 4. Jh.
zerstört und nach dem Beben mit Schutt von anderen Ruinen aufgefüllt. Erst bei
Ausgrabungen in den 1960er Jahren wurden sie gut erhalten freigelegt.
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Schräg gegenüber steht der Hadrian-Tempel. Er wurde 123 n.Chr.
anlässlich eines Besuches von Kaiser Hadrian in Ephesus erbaut. Die Marmorreliefs
zeigen mythische Gottheiten. |
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Die Celsus-Bibliothek wurde 114-117 n. Chr. von Konsul Gaius Julius
Aquila für seinen Vater erbaut. Der 15 m hohe Innenraum war von drei Galerien umgeben.
Zuerst von Goten beschädigt, fiel sie 1000 n.Chr. einem Erdbeben zum Opfer. Der
Eingangsbereich des Gebäudes wurde rekonstruiert. |
Durch das Mazeus- und Mithridates-Tor, benannt nach zwei Sklaven,
die vom Kaiser Augustus begnadigt und in Freiheit entlassen worden waren, kommen wir
auf die Marmorstraße.
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An ihrem Ende befindet sich rechts das Große Theater. Es wurde schon
zu hellenistischer Zeit in den Berg gehauen, erhielt seine letzte Form aber von den
Römern in der Zeit von Kaiser Claudius (41-54 n.Chr.) und Kaiser Trajan (98-117 n.Chr.).
Es fasste 25000 Zuschauer. |
Vom Theater führte die Hafenstraße direkt zum Hafen. Sie war 530 m
lang, 21 m breit und an den Seiten mit Säulen verziert. Zuletzt restauriert wurde sie
unter Kaiser Arkadius (395-408) und von nun an Arkadiane genannt.
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9. Haus der Maria
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Ephesus spielte auch für das Christentum eine wichtige Rolle:
Als Jesus am Kreuz seine Mutter und daneben den Jünger, den er besonders lieb hatte,
stehen sah, sprach er zu seiner Mutter: „Frau, siehe, dein Sohn!“ Danach sprach er zum
Jünger: „Siehe, deine Mutter!“ (Joh 19,26-27) Johannes kümmerte sich fortan um die
Mutter Jesu. Als er nach Ephesus zog, nahm er Maria mit. Hier verbrachte sie ihre letzten
Jahre. |
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Das Haus der Maria, acht Kilometer von Ephesus entfernt, wurde 1892
bei Ausgrabungen entdeckt und restauriert. Es wird angenommen, dass dieses
quadratförmige Steinhaus eine im 9. Jh. der Mutter Maria gewidmete Kirche war. Seit
1904 ist dieses Haus Wallfahrtsort für Christen und Muslime. |
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10. Aphrodisias
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Aphrodisias liegt im Mentese-Bergland (Westanatolien), etwa 82 km südwestlich der
Provinzhauptstadt Denizli.
Schon um 5800 v. Chr. gab es hier eine erste, der Fruchtbarkeitsgöttin gewidmete Kultstätte.
Im 2. Jh. v. Chr. wurde für die Liebesgöttin Aphrodite ein Tempel errichtet und der Ort
Aphrodisias genannt. Als die Römer 74 v. Chr. Mithridates von Pontus besiegten, zeigte sich
Aphrodisias loyal. Dafür belohnt, erlebte es bald seine Blütezeit als medizinisches,
wissenschaftliches und künstlerisches Zentrum. In byzantinischer Zeit wurde der
Aphrodite-Tempel christliche Basilika. Das Dorf Geyre entstand direkt über dem Kerngebiet
der antiken Stadt. Nach einem Erdbeben 1956 beschlossen die türkischen Behörden eine
Umsiedlung der Einwohner. So wurde nach 1960 mit dem Bau der neuen Siedlung Geyre etwa 2 km
entfernt begonnen. In den späten siebziger Jahren war die Umsiedlung abgeschlossen.
Vorbei am Museum wandern wir über die Ausgrabungsstätte. |
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Friesblöcke vom Portikus des
Tiberius |

Sarkophage von der Westnekropole
(Totenstadt) |
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Nicht weit vom Museum entfernt befindet sich das Sebasteion
(Sebastos, griechischer Name für Augustus), ein um 50 n. Chr. für den Kult des
vergöttlichten Kaisers Augustus und seine julisch-claudischen Nachfolger erbautes
Heiligtum mit einem auf drei Seiten von dreigeschossigen Hallen umgebenen Hof. |
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Die Rekonstruktion eines Teils der Südhalle zeigt auf jeder der
drei Etagen eine andere klassische griechische Stilrichtung: dorische, ionische bzw.
korinthische Säulen; im Mittelgeschoss Reliefdarstellungen mit mythischen, im
Obergeschoss mit historischen Motiven. |
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Das Tetrastoon (ein fast
quadratischer Marktplatz mit rundem Brunnen) und die Theater-Thermen mit Kaisersaal |

Agora mit aufrechten Säulen des
Nordportikus |
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Im Osthang des Akropolishügels entstand 27 v. Chr. das Theater
von Aphrodisias, das unter Marc Aurel (161 – 180) restauriert und vergrößert wurde.
Diese Arbeiten dienten in erster Linie dazu, das Gebäude zu einer Arena für
Gladiatoren-Kämpfe herzurichten. Es fasste 10.000 Zuschauer. |
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Thermen des Hadrian (117 – 138), davor die Agora mit „Säulengalerie
des Tiberius“ |
Wasserbecken, im Hintergrund die Thermen des Hadrian
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Mit dem Bau des Tempels der Aphrodite wurde gegen Ende des 2. Jh. v.Chr.
begonnen. Im 1. Jh. n. Chr. war das Herzstück von Aphrodisias vollendet. Als man im 5. Jh.
n.Chr. das Heiligtum in eine christliche Basilika umwandelte, wurde es in wesentlichen
Teilen verändert. Nach Ausgrabungen wurden von dem Tempel mit 8 Säulen an der Breit-
und 13 an der Längsseite 14 Säulen wieder aufgerichtet. |
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Das besterhaltene Bauwerk von Aphrodisias ist das – ursprünglich überdachte – römische
Odeon. Die kleine Konzerthalle diente gleichzeitig als Rathaus (Buleuterion).
Das Tetrapylon, ein reich geschmückter Torbau aus der Mitte des 2. Jh., wurde wegen der
ungewöhnlich hohen Qualität der zahlreichen Bauteile Ende des letzten Jh. restauriert und
wieder aufgerichtet. Der Torbau besteht aus vier korinthischen Säulengruppen, die einen Giebel
tragen.
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