Griechenland und die Türkei im Herbst 2010
Teil 3:
Von der Ägäis durch Kappadokien nach Ankara
15. Unterwegs nach Kappadokien
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Auf einem Hügel im Westen von Silifke liegt die Kreuzfahrerfestung Silifke
Kalesi. |
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Von Silifke aus etwa 8 km landeinwärts steht am Fluss Göksu ein
Gedenkstein für Kaiser Friedrich Barbarossa, den unsere Bundesregierung 1971 dort
aufstellen ließ. Die Tafel gibt Auskunft über den Tod Barbarossas: |
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„Unweit dieser
Stelle ertrank am 10. Juni 1190 der Römisch-Deutsche Kaiser Friedrich I. Barbarossa
(beim Baden) im Göksu an der Spitze seines Heeres auf dem Wege nach Palästina,
nachdem er mit dem Seldschukischen Sultan Kilic Arslan II. den friedlichen Durchmarsch
durch dessen Lande vereinbart hatte.“ Fotografieren ist hier wegen einer
Riesenstraßenbaustelle kaum möglich. |
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Wir durchqueren das Taurus-Gebirge mit seinen bis zu 3756 m hohen Bergen,
deren Gipfel heute hinter einer dicken Wolkenschicht verschwunden sind. |
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16. Kappadokien
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Die Vulkane Erciyes und Hasan überzogen vor vielen Millionen Jahren die Region mit einer
bis zu 100 Meter dicken Ascheschicht, die sich zu Tuff, einem weichen, leicht erodierenden
Material verfestigte. Lavaströme überlagerten vielerorts diesen Tuff, erkalteten zu hartem
Vulkangestein und bildeten so eine Schutzschicht. Seitdem arbeiten Wasser, Wind und
extreme Temperaturschwankungen an den Gesteinen. Die Erosion erweitert/e Risse und Spalten,
schwemmt/e loses Material aus, trennt/e Gesteinsteile ab. – Eigentümliche
Gesteinsformationen entstanden und entstehen in diesem nun schon ca. 10 Mill. Jahre
andauernden Prozess. |
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Je nachdem, wie weit die Erosion fortgeschritten ist, ergibt sich ein anderes
Landschaftsbild. Hat die Erosion das harte Vulkangestein, den Basalt, bereits ganz
abgetragen, haben sich im Tuff konische Formen gebildet. Ist die Erosion noch nicht so weit
fortgeschritten, haben sich u.a. Sockel-, Säulen- („Feenkamine“) und Pilzformen gebildet.
In der Gegend um Pasabaglari stehen die meisten und höchsten Feenkamine der Gegend.
Unter der harten Gesteinsschicht entstanden in dem weichen Tuff Hohlräume, die man zu
Behausungen ausbaute. Mancherorts wurden sogar ganze Städte – von denen es noch 34 geben soll
– ausgegraben. Die unterirdischen Städte waren wahrscheinlich schon zur Zeit der Hethiter
(2. Jahrtausend v. Chr.) bewohnt. Zur Zeit der Christenverfolgung fanden die Menschen dort
Zuflucht vor den Römern. Und im 19. Jh. brachte sich die Bevölkerung vor den ägyptischen
Truppen hier in Sicherheit. |
Wir besuchen die unterirdische Stadt in Derinkuyu. Ein kleiner Teil
der in acht Etagen (ca. 55 m tief) ausgebauten Stadt ist für Besichtigungen freigegeben.
Es gibt dort Wohnungen, Ställe, Brunnen, Vorratsräume, Weinkeller sowie ein
labyrinthartiges Netz von Gängen und Belüftungsschächten – alles, was zum (Über-)Leben
nötig war. |
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Mit runden Steinen konnten bei Gefahr Eingänge versperrt werden.
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Oberhalb des Tales von Göreme gibt es für Touristen zahlreiche Verkaufsstände mit
kunstvoll bemalten Kugeln und „Augen“.) |
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Burg von Uchisar |
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Das Kirchental von Göreme |
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Hier finden wir die Höhlenkirchen von Karabas und Tahtali. In dieser
Gegend wurden vom 9. Jh. an etwa 30 Kirchen in den weichen Tuff gegraben. |
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Die UNESCO erklärte das Göreme-Tal zum Welterbe.
Ein Folkloreabend
Eine Hochzeit
| Der Bräutigam wird rasiert |
Frauenschwatz |
Die Werbung des Bräutigams |
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Belehrung |
Der Hochzeitstanz |
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... und Gäste:
17. Auf dem Weg nach Ankara
Auf dem weiteren Weg nach Ankara begleitet uns noch eine ganze Weile
eine große Zahl von Heißluftballons. Eine Ballonfahrt über die erodierte
Tuff-Landschaft ist eines der besonderen Erlenisse in Kappadokien. |
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In Avanos am Kizilirmak („Roter Fluss“) können wir dem großen
Angebot an dekorativen Töpferei- und Keramik-Waren nicht widerstehen. |
18. Ankara
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Man vermutet, dass die Ursprünge von Ankara auf eine Fluchtburg aus hethitischer Zeit
(2. Jahrtausend v. Chr.) zurückgehen. Es gibt aber auch Hinweise, dass die Phryger um 1200
v. Chr. hier eine Siedlung errichteten. Es folgten Lydier und Perser. Als Ancyra war die
Stadt Mittelpunkt der römischen Provinz Galatia. Danach beherrschten bis zur endgültigen
Eroberung durch die Osmanen im Jahr 1414 u.a. Byzantiner und Seldschuken die Stadt. Während
des türkischen Befreiungskampfes nach dem Ersten Weltkrieg versammelte sich unter Mustafa
Kemal (ab 1934 Atatürk, „Vater der Türken“ genannt) in Ankara die neue Nationalversammlung
der Türkei. Mit der Ausrufung der Republik 1923 bestimmte er das Provinzstädtchen zur
Hauptstadt des neuen Staates. Natürlich kann die Hauptstadt Ankara mit gewachsenen
Städten wie Istanbul und Izmir nicht konkurrieren. In nur 50 Jahren breitete sich die Stadt
über die umliegenden Hügel aus, wurde aus einer Kleinstadt mit 30 000 Einwohnern eine
Drei-Millionen-Metropole. Die Probleme ausufernder Expansion blieben nicht aus und treten
heute an allen Ecken zutage. Wir beginnen unsere Besichtigungstour in der Altstadt
von Ankara: |
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Die Hisar oder byzantinische Zitadelle mit der Festung Ak Kale umspannt ein doppelter
Mauerring, aus dem man Ankaras Geschichte wie aus einem Buch ablesen kann. Jeder Eroberer
besserte die Stadtmauer mit den Resten der zerstörten Gebäude aus. |
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Von einem Plateau an der Westseite der Zitadelle haben wir einen weitreichenden Blick
über Ankara. |
| Ankara |
Ankara |
Das Armenviertel |
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Anschließend besuchen wir das absolute Glanzstück Ankaras, das bedeutendste Museum der
Türkei, 1997 als Europäisches Museum des Jahres ausgezeichnet: Das Museum für Anatolische
Zivilisation. In zwei restaurierten osmanischen Gebäuden werden in chronologischer
Reihenfolge reichhaltige und eindrucksvolle archäologische Funde von der Altsteinzeit bis
hin zur hellenistischen und römischen Ära gezeigt. |
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Altsteinzeit: Rekonstruktion des Catalhöyük-Hauses und Doppelgrab |
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Jungsteinzeit: Statue der Muttergöttin
(5750 v. Chr.)
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Bronzezeit: Zeremonielles Symbol
(3. Jahrtausend v.Chr)
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Vase mit Reliefs (Mitte 17. Jh. v. Chr.)
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Zeit der Hethiter: Relief eines Kriegsgottes
(14./13. Jh. v.Chr) |
Hyroglypheninschrift (9. Jh. v. Chr.)
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Zeit der Phryger: Rekonstruktion der hölzernen
Grabkammer von König Midas (8. Jh. v. Chr.) |
Kybele-Statue (6. Jh. v.Cr.)
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Rekonstruktion eines phrygischen Gebäudes |
Relief: Kinder von König Araras und Frau mit
Kind
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Relief der Göttin Kubaba (2. Hälfte 9. Jh.
v. Chr.)
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Relief einens Kriegswagens (2. Hälfte 8. Jh.
v. Chr.) |
Relief: Gebet des Königs Sulumeli vor dem
großen Gott (10.-9. Jh. v. Chr.)
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Statue von König Tarhunza (8. Jh. v. Chr.)
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Auf einem breiten Boulevard in der Innenstadt zeigt uns Atatürk die
Richtung zum Mausoleum. |
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Auf einem Hügel westlich vom Zentrum thront das imposanteste Wahrzeichen von Ankara
(erbaut 1944 -1953), das Atatürk-Mausoleum. Im Ehrenhof halten Soldaten die Ehrenwache.
In der Halle bekunden täglich viele Türken vor dem schweren Marmorsarkophag des
Republikgründers ihre Ehrerbietung. |
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